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Vor 50 Jahren...
Benjamin Stahl
Einheit gegen den Terror

13.9.1972: GSG9-Gründung beschlossen. Geiselbefreiung, Nahkampf, Schießen und Abhörtechniken. Die Ausbildungsinhalte der neuen polizeilichen Spezialeinheit in der Bundesrepublik wurden von der blutigen Realität diktiert: Während der Olympischen Spiele 1972 in München nahmen palästinensische Terroristen israelische Sportler als Geiseln (siehe Seite 9). Das sogenannte Olympia-Attentat setzte nicht nur der Heiterkeit des Sportereignisses ein jähes Ende. Der Befreiungsversuch, an dessen Ende 17 Tote - elf Geiseln, fünf Terroristen, ein Polizist - standen, zeigte auch, dass die Polizei mit Terrorlagen überfordert war. Die Politik zog schnell Konsequenzen. Nur wenige Tage nach der Katastrophe verkündete Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), dass eine Spezialtruppe des Bundesgrenzschutzes aufgestellt werden soll, um auf Anschläge wie in München reagieren zu können. "Mit sofortiger Wirkung wird die Grenzschutzgruppe 9 aufgestellt", hieß es in einem Erlass des Ministeriums am 13. September 1972. Offiziell wurde die GSG9 am 26. September gegründet.

Vorher hatte die Innenministerkonferenz der Länder, die die Polizeihoheit haben, Genschers Ansinnen zugestimmt. Die GSG9 wurde in Bonn stationiert, ihre Mitglieder teilweise vom israelischen Grenzschutz und dem amerikanischen FBI ausgebildet. Im April 1973 waren die ersten beiden Einheiten der GSG9 einsatzbereit. Vier Jahre später erlangte das Kommando Berühmtheit - und Anerkennung: Nach der Entführung des Lufthansa-Flugzeugs "Landshut" durch palästinensische Terroristen stürmte die GSG9 die Maschine in Mogadischu und befreite alle 86 Geiseln. Bis heute hatte die GSG9 mehr als 2.000 Einsätze im In- und Ausland.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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