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Aus Plenum und Ausschüssen
Götz Hausding
AKW Krümmel droht das Aus

UMWELT

Dem 26 Jahre alten Atomkraftwerk Krümmel im schleswig-holsteinischen Geesthacht droht das vorzeitige Aus. Dem Betreiber Vattenfall Europe könne gegebenenfalls mangels Zuverlässigkeit die Betriebserlaubnis entzogen werden, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am 26. August vor dem Umweltausschuss.

Auch der für die Krümmel-Aufsicht zuständige Umweltminister von Schleswig-Holstein, Christian von Boetticher (CDU), schloss einen solchen Schritt nicht aus. Die entsprechenden Prüfungen dauerten aber noch an, machte er vor dem Ausschuss deutlich.

Nach einem Trafo-Unfall im Jahr 2007 und einem zweijährigen Stillstand war der Reaktor Krümmel im Juni wieder in Betrieb genommen worden. Kurz darauf musste er aber erneut abgeschaltet werden. Innerhalb von nur zwei Wochen war es zu drei Störfällen gekommen. Kritik gab es auch an der Informations- und Sicherheitspolitik von Vattenfall. "Es ist katastrophal, dass Vattenfall uns vor zwei Jahren zugesagt hat, sie würden das Sicherheitsmanagement verändern. Das ist nicht passiert", sagte Gabriel. Die Abschaltung eines Atomkraftwerkes wegen Unzuverlässigkeit des Betreibers wäre nach Expertenangaben in Deutschland ein Novum. Ein Entzug der Betreiber-Genehmigung müsste von dem für die Atomaufsicht zuständigen Landes-Umweltministerium rechtlich sorgfältig geprüft werden, betonte Gabriel.

Die Grünen forderten erneut eine Sofortabschaltung und bezogen sich bei den genannten Mängeln auf ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten. Aus Sicht der Linksfraktion trägt Minister Gabriel eine Mitschuld am "Krümmel-Desaster".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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