Vor 70 Jahren : Die "Schlapphüte" nehmen ihre Arbeit auf
Seit seiner Gründung am 1. April 1956 sammelt der BND, Deutschlands Auslandsnachrichtendienst, heikle Informationen – und gerät dabei immer wieder in die Kritik.
"Die Organisation Gehlen wird nach näherer Weisung des Bundeskanzlers in den Bundesnachrichtendienst überführt." So lautete der simple Beschluss, nach dem der Bundesnachrichtendienst (BND) am 1. April 1956 in Pullach bei München seine Arbeit aufnahm. Erster Präsident wurde Reinhard Gehlen, Gründer der Vorgängerorganisation und ehemaliger Generalmajor der Wehrmacht.
Der Bundesnachrichtendienst nahm 1956 seine Arbeit auf. Die erste Zentrale der Institution befand sich in Pullach bei München.
Als Auslandsnachrichtendienst sammelt der BND Informationen, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung für Deutschland sind. So steht es im BND-Gesetz, Artikel 1 Absatz 2.
BND als Auslöser für Untersuchungsausschuss im Bundestag
Mit ihrer Arbeit sind die "Schlapphüte" - wie die BND-Agenten früher spöttisch genannt wurden - immer wieder in die Kritik geraten. So musste der BND im Jubiläumsjahr 2006 zugeben, deutsche Journalisten im Inland bespitzelt zu haben - ein Verstoß gegen die Pressefreiheit und den Aufgabenbereich eines Auslandsgeheimdienstes.
Der Bundestag setzte daraufhin einen Untersuchungsausschuss ein. Im Jahr 1981 hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) den Geheimdienst gar als "Dilettantenverein" beschimpft, nachdem er bei einem DDR-Besuch ohne vorherige Warnung durch den BND von der Ausrufung des Kriegsrechts in Polen überrascht worden war. Und das, obwohl der Bundesnachrichtendienst seit Beginn seiner Tätigkeit direkt dem Kanzleramt unterstellt ist. Diese Nähe zeigt sich seit 2019 auch räumlich: Am 8. Februar 2019 wurde in der Berliner Chausseestraße die neue Zentrale des BND eingeweiht - nur etwa zwei Kilometer Luftlinie vom Kanzleramt entfernt.