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Götz Hausding
Tanzender Rollifahrer

Erik Machens

Auf dem Tanzparkett fühlt er sich zuhause. Und das, obwohl er im Rollstuhl sitzt. Erik Machens tanzt gern und er tanzt gut. Mit seiner ebenfalls im Rollstuhl sitzenden Partnerin Andrea Borrmann wurde der 28-Jährige 2010 Dritter bei den Weltmeisterschaften in Hannover. Angefangen hat aber alles mit einem Jugendaustausch seiner Schule. "Während der Abschlusspartie stand ich an der Tanzfläche und habe betreten den Tanzenden zugeschaut", erinnert er sich. Zwei Mädchen aus Polen und Schweden hatten ihn schließlich gefragt, ob er nicht lieber selber tanzen würde und den verdutzten Erik auf die Tanzfläche geschoben. "Ich habe es ausprobiert und es hat Spaß gemacht", sagt er. "Das war der Moment, in dem es Klick gemacht hat und sich mein Leben verändert hat." Im Jahr 2009 lernte er bei einem Musical seine Tanzpartnerin kennen. Ziemlich spontan hätten sich beide verabredet, zu einem Workshop für Rollstuhltänzer zu gehen, sagt er. "Das Tanzen kannten wir ja, aber bisher nur mit ,Fußgängern'." Bei besagtem Workshop war schließlich auch der Bundestrainer zugegen, dem gefiel, was die beiden auf das Parkett brachten. Aus dem Spaß wurde schließlich ein Leistungssport. "Vor Turnieren trainieren wir drei- bis viermal pro Woche", sagt Erik Machens. Natürlich neben Beruf und Studium.

Und gleichzeitig wollen sie auch ein bisschen aufklären. "Wir wollen die Botschaft weitertragen, dass auch Rollstuhlfahrer tanzen können", macht er deutlich. Mit ihrer Popularität - Erik Machens war mit seiner Partnerin Behindertensportler des Jahres 2011 in Niedersachsen - stellen sie sich in den Dienst des Behindertensportverbandes. "Wir sind oft in Schulen und stellen fest, dass es gerade bei Kindern kaum Berührungsängste gibt." Und natürlich gibt es dann auch den ein oder anderen Showauftritt. Nach dem Motto: Tanzen im Rollstuhl geht auch.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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