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VOR 30 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Helmut Kohl bestätigt

6. März 1983: Vorgezogene Bundestagswahl

"Dieser Kanzler schafft Vertrauen", war auf einem Plakat der CDU zur Bundestagswahl 1983 über Helmut Kohl zu lesen. Dabei hatte der erst im Dezember 1982 im Parlament die Vertrauensfrage verloren. Dies war allerdings beabsichtigt: Als im Oktober 1982 der damalige Kanzler Helmut Schmidt (SPD) per konstruktivem Misstrauensvotum gestürzt wurde, übernahm Kohl. Doch der Pfälzer wollte den Regierungswechsel auch vom Wähler legitimieren lassen. Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 wurde dann nicht nur der Kanzler im Amt bestätigt, erstmals zogen auch die Grünen in das bundesdeutsche Parlament.

Mit dem Nato-Doppelbeschluss und der schlechten wirtschaftlichen Lage beherrschten zwei Themen den Wahlkampf, die schon ab 1981 Risse in die inzwischen abgelöste rot-gelbe Koalition brachten. Die Querelen zwischen SPD und FDP in den Jahren 1981/82 quittierten die Wähler unter anderem mit einem historisch schlechten Ergebnis für die Sozialdemokraten. Mit 38,2 Prozent blieb die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Hans-Jochen Vogel erstmals seit 1965 unter der 40-Prozent-Marke. Für die FDP kam es unterdessen nicht ganz so schlimm, wie es Meinungsforscher prognostiziert hatten. Am Ende erhielt sie sieben Prozent der Stimmen und bildete mit der Union, die 48,8 Prozent der Stimmen holte, eine Regierung. Allerdings blieb es nicht bei drei Bundestagsfraktionen. Die Grünen kamen auf 5,6 Prozent und zogen mit 29 Abgeordneten erstmals in den Bundestag ein.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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