Vor 25 Jahren : Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen
Der deutsche Atomausstieg begann lange vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima: Bereits Mitte Juni 2001 vereinbarte Rot-Grün das Ende der Kernenergie in Deutschland.
Als 2011 im japanischen Fukushima der Super-GAU eintrat, war in der Bundesrepublik der Atomausstieg schnell beschlossene Sache. Neu waren an diesem Schritt der schwarz-gelben Koalition allerdings nur der Anlass und die Initiatoren. Denn ein "Atomkraft - nein, danke!" aus der Politik hatte es schon früher gegeben: Am 11. Juni 2001 unterzeichneten die rot-grüne Regierung und die großen Stromversorger den sogenannten Atomkonsens.
Bereits 2001 beschloss die rot-grüne Regierung mit Bundesumweltministerin Jürgen Trittin (Grüne, l.) und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Atomausstieg.
Unter anderem wurde darin der Neubau von kommerziellen Atomkraftwerken verboten und festgelegt, wie viel Strom die einzelnen Anlagen noch produzieren durften. Während Greenpeace das Papier als "Volksverdummung" bezeichnete und bezweifelte, dass es das Ende der Atomkraft einläute, erklärte Kanzler Gerhard Schröder (SPD) ein "klares Ende für die Nutzung der Kernenergie". Ein konkretes Ausstiegsdatum wurde zwar nicht fixiert, die vereinbarten Rahmenbedingungen hätten dieses Ende aber im Jahr 2022 bedeutet - wäre da nicht der Regierungswechsel 2005 gewesen.
Schwarz-gelbe Kehrtwende folgt zehn Jahre später
Schon 2001 hatte CDU-Chefin Angela Merkel angekündigt, im Falle eines Wahlsieges die Begrenzung der Meiler-Laufzeiten nicht weiter zu verfolgen. Tatsächlich beschloss der Bundestag 2010 eine Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre - der Ausstieg vom Ausstieg. 2011 dann die schwarz-gelbe Kehrtwende unter dem Eindruck von Fukushima: Acht Atomkraftwerke gingen sofort vom Netz, die letzten Meiler sollten 2022 abgeschaltet werden.
Die letzten drei Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 gingen am 15. April 2023 nach einem befristeten Streckbetrieb vom Netz. Grund für die Verzögerung war der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann. Zweifel an der Sicherheit der Energieversorgung für den Winter 2022 sorgten damals dafür, dass die Laufzeit dieser drei Atomkraftwerke für einige Monate verlängert wurde. Ursprünglich sollten auch sie Ende 2022 vom Netz gehen - so wie es einst der Atomkonsens vorgesehen hatte.
Bauern mit Treckern, Menschenketten, Platzbesetzungen: Ein Überblick über die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland und die Jahrzehnte der Auseinandersetzung.
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