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Aufgekehrt
Claus Peter Kosfeld
Kanzlerndes Akronym?

Wenigstens einmal soll es ausgeschrieben sein. Also: Die neue CDU-Vorsitzende heißt An-ne-gret Kramp-Kar-ren-bau-er. Bevor sich jemand unnötig aufregt: Nichts gegen Doppelnamen, die kommen im Bundestag so häufig vor, dass man meinen könnte, sie wären Einstellungsvoraussetzung. Aber mal ehrlich: Satte acht Silben, gleich vier dieser widrigen R-Laute, im Grimmschen Wörterbuch mit dem "Knurren eines Hundes" verglichen.

Man muss die Vorsitzende der einzig verbliebenen Volkspartei ja nun zwangsläufig größer denken, als potenzielle Kanzlerin eben. Daraus folgt: Nicht alles, was im Saarland gerade noch so durchgeht, kommt bei unseren Freunden im Ausland auch gut an. Nehmen wir die Amerikaner, die mit dem deutschen Gurgel-R gar nichts anfangen können und womöglich auf Mrs. Kramp verkürzen würden, was sich in Trumps Ohren anhören würde wie Frau Krampf.

Wie bei allen Problemen von weltpolitischer Geltung ist aber auch hier eine simple Lösung greifbar nah: das Akronym! AKK titeln die Zeitungen und sparen damit etliche Buchstaben ein. Aber ist ein Akronym ausreichend werbewirksam und vor allem sympathisch? Wir schauen uns unter Akronymen um. PKK? Verdächtig! IHK? Naja. KMK? Also wirklich! Immerhin gibt es einen TSG, der in Hessen recht bekannt sein soll, aber leider dauernd Wahlen verliert.

Zumindest scheint die Verwechslungsgefahr gebannt. Wer bei Google AKK eintippt, stößt gleich zur CDU-Chefin vor. Vermutlich kann die richtige und einzige AKK verkraften, dass eine Essener Hip-Hop-Gruppe, die 257ers, auch "Mutanten" genannt, AKK als sinnfreien Schlachtruf nutztClaus Peter Kosfeld

Aus Politik und Zeitgeschichte

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