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Claus Peter Kosfeld
Kampf dem Zuckerschock

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) gilt global als eine der größten akuten Gesundheitsrisiken. Experten schätzen die Zahl der Menschen, die mit Diabetes leben, auf 463 Millionen. In Deutschland sind sieben Millionen Bürger von der Stoffwechselerkrankung betroffen, Tendenz stark steigend, schätzungsweise 1,3 Millionen Bürger leben mit einer unerkannten Diabetes.

Unterschieden wird bei Diabetes in Typ-1 und Typ-2. Bei Typ-1 werden durch eine Störung des Autoimmunsystems insulinproduzierende Zellen zerstört. Durch den absoluten Insulinmangel kommt es zur Überzuckerung, betroffen sind vor allem Kinder und junge Erwachsene. Bei Typ-2 kommt es zu einer Insulinresistenz und in der Folge zu einem relativen Insulinmangel. Typ-2 wird Altersdiabetes genannt, allerdings sind vermehrt junge Leute betroffen. Als Risikofaktoren für Diabetes Typ-2 gelten Bewegungsmangel und falsche Ernährung, die zu starkem Übergewicht führen können. Die Folgen der chronischen Krankheit sind dramatisch und reichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Nierenfunktionsstörungen und Erblindung bis hin zu Amputationen.

Nun schlagen die Fraktionen Alarm und fordern die rasche Einleitung einer nationalen Diabetes-Strategie, die auch im Koalitionsvertrag bereits erwähnt wird. Union und SPD (19/20619), Grüne (19/14389) und FDP (19/20555) legten dazu Anträge mit ähnlichen Forderungen vor, die in der vergangenen Woche im Plenum behandelt wurden. Der Antrag der Koalitionsfraktionen wurde mehrheitlich angenommen, die schon ältere Vorlage der Grünen abgelehnt, der Antrag der FDP-Fraktion wurde zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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