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Sören Christian Reimer
Wetterbericht aus dem Statistischen Bundesamt

24 von 65 Nachhaltigkeitsindikatoren sind im Soll, bei acht Zielvorgaben geht es in die falsche Richtung

An diesem Mittwoch will die Bundesregierung ihre Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) der Öffentlichkeit vorstellen. Die Erwartungen sind groß, wie sich nicht nur in den Debatten und Anträgen zum Thema im Bundestag vergangene Woche gezeigt hat. So kritisierte Wolfgang Lucht, Mitglied des Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen, dass die Strategie bislang ein zahnloser Tiger gewesen sei und viele Vorhaben sehr weit vom Ziel entfernt seien.

Tatsächlich zeigen die Daten ein gemischtes Bild. Als "heiter bis wolkig" bezeichnete das für das Monitoring zuständige Statistische Bundesamt Ende 2018 die Aussichten für eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Die an einen Wetterbericht erinnernde Bewertung kommt nicht von ungefähr: In dem vom Bundesamt vorgelegten Indikatorenbericht werde die Trends bei den einzelnen Zielvorgaben mit Wettersymbolen abgebildet.

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) sind für die DNS auf 65 Indikatoren heruntergebrochen worden. Für das SDG-Ziel Nummer 9 ("Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen") gibt es beispielsweise einen Indikator: die privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. (siehe Grafik) Aussichten: wolkig.

Wenig Straftaten Sonnige Aussichten - die Ziele sind bereits erreicht oder werden bei gleichbleibender Entwicklung erreicht - konnten Ende 2018 für 24 Indikatoren festgestellt werden. Das gilt beispielsweise für zahlreichen Indikatoren, die sich auf eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit beziehen. Auch beim Indikator "Entwicklung von Straftaten" wird Kaiserwetter attestiert ebenso für die Raucherquoten.

"Leicht bewölkt" beziehungsweise "wolkig" bedeutet, dass die Richtung stimmt, das Tempo aber nicht - die Ziele werden so teils deutlich nicht erreicht. "Leicht bewölkt" (Zielverfehlung zwischen fünf und 20 Prozent) sind die Aussichten beispielsweise bei den beiden Armutsindikatoren. der Einkommensverteilung sowie der Beteiligung an dem von der Bundesregierung initiierten Textilbündnis.

"Wolkig" (Zielverfehlung über 20 Prozent) wird etwa für den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Kinder, für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und für den Anteil des Ökolandbaus festgehalten. Ebenso bewertet wird beispielsweise der Stickstoffeintrag in Nord- und Ostsee.

Gewitter angesagt Bei acht Indikatoren ist "Gewitter" angesagt - sie entwickeln sich in die falsche Richtung. Das gilt beispielsweise für den Primärenergieverbrauch, die Adipositasquote bei Erwachsenen, die Verringerung der Siedlungsdichte und die Belastungen von Fließgewässern mit Phosphor und von Grundwasser mit Nitrat.scr

Aus Politik und Zeitgeschichte

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