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Johanna Metz
Heute leben und an das Morgen denken

Wofür Nachhaltigkeit steht und wie sie im Zuge der Agenda 2030 weltweit umgesetzt werden soll

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Supermärkte werben mit einem wachsenden Sortiment an nachhaltigen Lebensmitteln, ein amerikanischer Sportschuhhersteller verspricht die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards in den Fabriken Südostasiens; und ob Smoothie-Hersteller oder Bierbrauer - ohne die Kooperation mit Umweltorganisationen wie dem World Wide Found for Nature (WWF) kommt kaum ein Unternehmen mehr aus. Doch was steckt hinter dem beinahe inflationär gebrauchten Begriff?

"Nachhaltigkeit ist ein Querschnittsthema, das die Verantwortung für die heute lebenden Menschen mit der Verantwortung für die zukünftigen Generationen verbindet", heißt es auf der Homepage des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung. "Es ist nachhaltig, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, die Wirtschaft durch mehr Umweltschutz und innovative Technologien voranzubringen und dabei gleichzeitig Wohlstand und sozialen Fortschritt zu sichern."

Der Beirat unter Vorsitz von Andreas Lenz (CSU) begleitet seit März 2004 als festes Bundestagsgremium die Umsetzung der zwei Jahre zuvor beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Diese heißt seit 2016 "Deutsche Nachhaltigkeitstrategie" und hat zum Ziel, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung national umzusetzen. 2015 von den Vereinten Nationen (UN) als Nachfolgerin der "Milleniumsziele" aus dem Jahr 2000 beschlossen, verpflichtet sie erstmals Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländer gleichermaßen auf die Erreichung von 17 Nachhaltigkeitszielen (kurz SDGs) - darunter "Armut beenden", "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" und "Bildung für alle". Die Umsetzung wird mithilfe eines von den UN eigens erarbeiteten Indikatorenkatalogs überwacht.

Deutschland hat eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 versprochen und will in dieser Woche eine aktualisierte Fassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vorlegen. Bereits geplant ist der Ausbau des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent der Anbaufläche bis 2030 und eine Steigerung der privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Laut einer Studie des Instituts für Handelsforschung achten deutsche Verbraucher gerade bei Lebensmitteln zunehmend auf Nachhaltigkeit. Ein lukrativer Markt, den manches Unternehmen nutzt, um sein Image "grün" aufzupolieren. Wenn eine Milchwerbung die Tierhaltung auf großen Weiden suggeriert, dahinter jedoch ein typischer Massentierhaltungsbetrieb steht, spricht man von "Greenwashing" - reiner PR, die mit nachhaltiger Produktion nichts zu tun hat.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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