Piwik Webtracking Image

Vor 25 Jahren : Rinderwahn in Deutschland

Im Jahr 2000 beunruhigt eine Seuche ganz Europa: die Rinderkrankheit BSE. In Deutschland wird der erste bestätigte Fall in Schleswig-Holstein nachgewiesen.

24.11.2025
True 2025-11-24T14:25:21.3600Z
1 Min
Foto: picture-alliance / ZB / Stefan Sauer

Die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE), auch „Rinderwahnsinn“ genannt, ist eine Tierkrankheit, die am 26. November 2000 erstmals amtlich bei einem in Deutschland geborenen Rind bestätigt wurde.

Es klingt ein bisschen nach Corona: Forderungen nach Schnelltests, prognostizierte Test-Engpässe, beunruhigte Bürger und Politiker im Krisenmodus. Der Grund hieß vor 25 Jahren aber nicht Corona, sondern Rinderwahnsinn. Am 26. November 2000 hatten sich die Befürchtungen bestätigt: Wie ein Schnelltest zwei Tage zuvor hatte nun auch eine Untersuchung im nationalen Referenzlabor für Rinderwahnsinn in Tübingen ergeben, dass eine in Schleswig-Holstein geborene Kuh an BSE erkrankt war. Es war der erste Fall in Deutschland.

Die Verbraucher reagierten verunsichert

Eilig wurde ein Verbot für das Verfüttern von Tiermehl ausgesprochen. Krankhaft veränderte Eiweiße in dem Futtermittel galten als BSE-Auslöser. Verbraucher reagierten dennoch verunsichert. Schon als der Verdachtsfall bekannt wurde, verkauften Supermärkte und Metzgereien Medienberichten zufolge deutlich weniger Rindfleisch, die Rede war von "äußerst misstrauischen Kunden". Die Angst vor dem Erreger, der bei den Tieren BSE und beim Menschen die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslöst, war groß.

Unterdessen wurden in Schleswig-Holstein alle 160 Rinder des betroffenen Landwirts geschlachtet und auf BSE untersucht. Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) befand: "Ich glaube, dass die Deutschen sich zu lange zu sicher waren, sie hätten alles im Griff." Der erste BSE-Fall zeige jedoch: "Es gibt keine absolute Kontrolle und Garantie." Auch dieser Satz erinnert an Äußerungen aus Corona-Zeiten.

Auch lesenswert

Fledermaus in der Nacht im Flug
Zoonosen: Gefährliche Nähe
Wenn Erreger von Tieren auf Menschen überspringen, kann eine Pandemie die Folge sein.
Regenwürmer und Erde gehalten von zwei Händen
Hofbesuch in Trebbin: Am Boden geblieben
Eine Landwirtschaft, die der Natur nicht schadet und genügend abwirft - geht das überhaupt? Ja, meinen eine Landwirtin und ein Landwirt aus Brandenburg.
Tauziehen - zwei Paar Hände ziehen an den beiden Enden eines Seils
Gastkommentare: Pro und Contra: Ernährungssicherheit versus Artenschutz?
Welche Zielkonflikte stehen einer bio-ökologischen Landwirtschaft im Weg? Wolfgang Mulke und Claudia Ehrenstein im Pro und Contra.