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wirecard BND-Chef wusste nichts

Konzern war nicht Gegenstand der Beobachtung

10.05.2021
2023-08-30T12:39:37.7200Z
1 Min

Der Bundesnachrichtendienst hat nach den Worten seines Präsidenten Bruno Kahl bis Juni 2020 keine Anhaltspunkte für Geldwäscheaktivitäten bei dem inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard gehabt. Welch kriminelle Energie bei Wirecard im Spiel gewesen sei, habe man nicht gewusst, sagte Kahl vor dem 3. Untersuchungsausschuss ("Wirecard") des Bundestags am vergangenen Freitag.

Die Situation des einstigen DAX-Konzerns sei aber bis zu dessen Insolvenz auch nicht Gegenstand der Beobachtung gewesen. Erst seit Bekanntwerden des Bilanzskandals und der Insolvenz habe man sich intensiv damit befasst. Auch zum Aufenthaltsort des flüchtigen Wirecard-Chefs Jan Marsalek habe man Erkenntnisse, erklärte der BND-Präsident - mit dem Hinweis, nähere Ausführungen nur im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung machen zu wollen.

Immer wieder versuchten Zeugen in der Sitzung unter Berufung auf Tatbestände und Dokumente die Aussage zu verweigern. Der Ausschuss blieb jedoch seiner Linie treu, die Zeugenbefragung so weit wie möglich öffentlich durchzuführen. In der vergangenen Woche hörte er dazu neben Kahl auch einen Forensiker der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, den Wirecard-Anwalt Franz Enderle, den Nachrichtendienst-Koordinator im Bundeskanzleramt Bernhard Kotsch und die ehemalige persönliche Assistentin von Ex-Wirecard-Chef Jan Marsalek. Letztere wusste dabei einiges über Geschäftsreisen und Treffen von Marsalek zu berichten - jedoch so gut wie nichts über Inhalte von Gesprächen mit Geschäftspartnern oder gar über den Menschen Marsalek.