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Aufgekehrt
SCR
Panzer nicht zu versteuern

Die Ukrainerinnen und Ukrainer leisten den russischen Invasoren nicht nur militärisch Widerstand. Im Netz finden sich zahlreiche Beispiele für trotzigen Spott und Galgenhumor. So machte vergangene Woche ein Videoclip aus dem Land die Runde. Zu sehen ist, wie ein ukrainischer Autofahrer neben einem russischen Panzer anhält, dem offenbar der Sprit ausgegangen war. Der Fahrer fragt die Soldaten, ob er beim Abschleppen des Kriegsgerätes behilflich sein könne - zurück nach Russland versteht sich. Selbst die Invasoren müssen bei so viel Chuzpe etwas lachen.

Überhaupt scheinen sich verlassene russische Panzer und andere Fahrzeuge zu einem tragisch-komischen Running Gag zu entwickeln. In den sozialen Medien werden etliche - natürlich aus der Ferne nicht verifizierbare - Bilder von verlassenen russischen Militärfahrzeugen geteilt und als Flash Mob der russischen Armee nach dem Motto: "Park Deinen Panzer und dann renne weg" verhöhnt.

Auch die nationale Behörde zur Korruptionsbekämpfung in der Ukraine hat sich in einer Mitteilung mit diesem Thema befasst, wie die ukrainische Nachrichtenagentur "interfax" meldet. Demnach hat die Behörde eine wesentliche Frage geklärt: Bürgerinnen und Bürger der Ukraine müssen erbeutete Panzer und Fahrzeuge demnach nicht in der Steuererklärung angeben. Der Wert der Beute übersteige nicht die notwendige Schwelle. "Dank des Mutes und der Erfolge der Verteidiger der Ukraine kommt feindliche Militär-Ausrüstung in der Regel zerstört und unbrauchbar in Ihre Hände". Der Wert lasse sich also gar nicht mehr schätzen. Statt sich um steuerliche Fragen zu kümmern, ruft die Behörde die Bürgerinnen und Bürger auf, ruhig zu bleiben - "und das Mutterland zu verteidigen". Das könnte witzig sein. Ist es aber nicht.scr

Aus Politik und Zeitgeschichte

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