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Ortstermin: Konstituierung der Kinderkommission

Sie haben die Kinder im Blick

Das KiKo-Maskottchen durfte auch diesmal nicht fehlen: Der kleine Adler Karlchen wurde beim offiziellen Fototermin herzlich gedrückt, wie immer wenn die Abgeordneten eine neue Kinderkommission, kurz "KiKo", einsetzen oder es zum Wechsel des Vorsitzes kommt. Zum zehnten Mal war es am vergangenen Donnerstag wieder soweit: Im Beisein von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen) konstituierte sich der Unterausschuss "Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder".

Die Sitzung wurde von Ulrike Bahr (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, geleitet. Den zwischen den Fraktionen rotierenden Vorsitz der KiKo übernimmt in dieser Wahlperiode zunächst Sarah Lahrkamp (SPD). Der Vorsitz soll anknüpfend an die bisherige Praxis zwischen den sechs ordentlichen Mitgliedern und ihren Stellvertreterinnen und Stellvertretern in der Reihenfolge der Fraktionsgröße wechseln. Die erneute Einsetzung der KiKo unterstreiche den Stellenwert der Rechte und Bedürfnisse der Kinder im Parlament, sagte Bahr. "Die KiKo ist die Stimme der Kinder im Deutschen Bundestag." Während der Pandemie hätten Kinder zu wenig im Fokus gestanden. Und im Ukraine-Krieg gehörten sie als Opfer und Flüchtende wieder zu den Hauptleidtragenden. Deren Rechte gelte es nun weiter zu stärken, im Bewusstsein der Erwachsenen zu verankern und auch bei den Kindern selbst bekannter zu machen. Dabei verstehe man sich sowohl parlamentsintern als auch im Land als Anwalt für die Sache der Kinder und als Ansprechpartner für alle, die sich für die Interessen der Kinder stark machen, sagte Lahrkamp. Man werde sich eine breite Palette an Themen vornehmen, alle Fraktionen würden ihre Schwerpunkte einbringen.

Wie Kinder und Jugendliche sich nach der Corona-Pandemie wieder freier entfalten können, das müsse die KiKo in der nächsten Zeit beschäftigen, sagte Ministerin Spiegel. Hinzu komme die Integration der aus der Ukraine geflüchteten Kinder. Sie wolle mit der KiKo dabei zusammenarbeiten, die Rechte der Kinder im Grundgesetz zu verankern und die Bekämpfung der Gewalt gegen Kinder und des Kindesmissbrauchs gemeinsam anpacken.

Die KiKo gibt es seit 1988. Ihre Mitglieder verstehen sich als die Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche im höchsten deutschen Verfassungsorgan. Dabei soll Parteipolitik so weit hinten angestellt werden, wie sonst nirgendwo. Das Kindeswohl steht im Mittelpunkt. Entscheidungen trifft das Gremium grundsätzlich im Konsens. Zum Kern der Arbeit der KiKo gehören öffentliche Fachgespräche, in denen sich der Unterausschuss sämtlicher Fragen annimmt, die die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen betreffen: von der gesellschaftlichen und politischen Teilhabe und Medienkompetenz im digitalen Zeitalter über familiäre Krisenbewältigung bis hin zu einer gesunden Umwelt und den Auswirkungen des Klimawandels auf die kindliche Entwicklung.Lucas Lypp

Aus Politik und Zeitgeschichte

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