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Glosse Allein unter Feiernden

Unter dem Motto "You'll Never Drink Alone" verabreden sich Mitarbeiter zur Lockdown-Gartenparty im Amtssitz von Boris Johnson - die Bevölkerung ist "not amused".

31.01.2022
2023-10-16T10:26:05.7200Z
2 Min

Die britischen Brauereien hatten es in den vergangenen zwei Jahren nicht leicht: Geschlossene Pubs, Kontaktverbote und Ausgangssperren ließen den Absatz schrumpfen.

Dem müssen wir als Regierungsapparat entgegenwirken, dachten sich wohl einige Mitarbeiter und verabredeten sich im Mai 2020 zu einer Gartenparty im Amtssitz des britischen Premiers. Während Europas Radiosender die Bevölkerung mit "You'll Never Walk Alone" zur Solidarität im Lockdown aufriefen, hieß es in der Downing Street offenbar "You'll Never Drink Alone". Berichten zufolge seien Mitarbeiter mit Koffern in nahegelegene Supermärkte gezogen, um für Nachschub zu sorgen - und sorgten so bei den Brauereien für einen Lichtblick in diesen dunklen Zeiten.

Arbeitsalltag in der Downing Street?

Mangelnden Durchblick muss sich nun Boris Johnson vorwerfen, der sich keiner Schuld bewusst ist, sah er in der Gartenparty doch ein Arbeitsmeeting. Dass statt Laptops und Unterlagen Flaschen und Gläser auf den Tischen standen, sorgte beim Premier nicht für Erleuchtung und lässt tief blicken in den Arbeitsalltag der Downing Street.

Doch es kommt noch schlimmer für den pflichtbewussten Johnson. An seinem Geburtstag ist der Premier völlig machtlos in die Fänge seiner feierwütigen Mitarbeiter geraten. Mit Kuchen und Ständchen haben sie ihn in seinem Büro förmlich überfallen, versuchte Parteikollege Burns das angeschlagene Image des Premiers zu retten.

Denn Politik und Bevölkerung sind "not amused" von den Erklärungsversuchen des Premiers und mittlerweile ermittelt sogar Scotland Yard in dem Fall. Mit einem Freedom Day 2.0 in England will Johnson die Wogen glätten. Dann kann Downing Street No. 10 auch wieder völlig legal zu Gartenparties laden. Pardon, Arbeitsmeetings.