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Wettermanipulation auf dem Prüfstand : AfD sorgt sich über Risiken von Geoengineering

Die AfD fordert eine Überprüfung und Regulierung der Auswirkungen von Geoengineering. Die übrigen Fraktionen werfen ihr hingegen mangelnde Fachkenntnisse vor.

30.01.2026
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2 Min

Lokale Eingriffe in das Wetter, wie bei dem Projekt "Blue Sky" zum Kommunistischen Parteitag 2021 in Peking, das für einen wolkenlosen Tag sorgen sollte, gehen laut AfD-Fraktion mit erheblichen globalen Risiken einher. In einem Antrag fordert die AfD-Fraktion daher, dass die Bundesregierung die Risiken des sogenannten "Geoengineering" prüfen soll.

Laut einer Definition des Umweltbundesamt umfasst Geoengineering "bewusste und großskalige Veränderungen des Klimasystems mit dem Ziel, die vom Menschen gemachte (anthropogene) Klimaerwärmung zu mildern".

Union: Folgen von Geoengineering beschäftigen die Forschung bereits

"Wenn ein Staat offen Wetter beeinflusst, wo genau endet dann eigentlich lokale Wettersteuerung und wo beginnt Klimamanipulation", fragte Nicole Höchst (AfD) während der ersten Lesung des Antrags am Donnerstag im Bundestag.

Es sei nicht nachvollziehbar, eine Industrienation unter Klima- und Feinstaubaspekten zu ruinieren und dann solche Partikel bei SMR zu Klimaschutzzwecken in die Atmosphäre zu pusten, sagte sie.


„Die AfD profitiert davon, wenn niemand mehr weiß, was wahr ist.“
Sonja Lemke (Die Linke)

Die AfD bezieht sich in ihrem Antrag auf die beiden Methoden Carbon Dioxide Removal (CDR) und SRM (Solar Radiation Management). Während bei CDR die Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre verringert werden soll, ist es Ziel von SRM, die eintreffende Sonneneinstrahlung zu reduzieren und so die Erderwärmung zu bremsen.

Für Reza Asghari (CDU) würden die AfD-Forderungen keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen. Die Folgen von Geoengineering seien bereits Gegenstand von Forschung und auch das Einsetzen einer Enquete-Kommission sei "weder fachlich noch formal" überzeugend.

SPD: Unterschied zwischen lokaler Wettermodifikation und Geoengineering

Für Holger Mann (SPD) zeigt der Antrag vor allem, dass die AfD den Unterschied zwischen lokaler Wettermodifikation und globalem Geoengineering nicht verstehe. Lokale Maßnahmen wie zur Hagelabwehr gebe es auch in Deutschland. Um die Bildung großer Hagelkörner zu verhindern, würden Kleinflugzeuge Silberjodid ausfliegen. Ob solche Maßnahmen jedoch überhaupt wirksam sind oder Folgen für das Wetter haben, sei in wissenschaftlichen Kreisen höchst umstritten.

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Die AfD widerspreche sich mit dem Antrag selbst, denn sie können nicht zeigen, warum die Atmosphäre auf wenige Mengen an Schwefeldioxid reagieren sollte, aber nicht auf Milliarden Tonnen von CO2-Treibhausgasen, so Mann.

Auch Grünen-Politikerin Andrea Lübcke kritisierte die AfD-Fraktion dafür, auf der einen Seite die Folgen von CO2 für das Klima zu leugnen und auf der anderen Seite bei Schwefeldioxid Alarm zu schlagen. Wenn die AfD nun verstanden habe, dass "kleine Teilchen in der Atmosphäre große Wirkungen" erzielen können, dann solle sie Vorschläge für eine klimaneutrale Industrie vorbringen, forderte Lübcke.

Sonja Lemke (Die Linke) kritisierte, dass die AfD Themen wie "Geoengineering" nutze, um Verschwörungstheorien über Wettermanipulation anzuheizen. Die AfD profitiere davon, "wenn niemand mehr weiß, was wahr ist". Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den Forschungsausschuss überwiesen.