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FAMILIE 100.000 Plätze mehr

Grüne fordern Ausbau der Freiwilligendienste

01.10.2018
2023-08-30T12:34:35.7200Z
2 Min

Die zivilen Freiwilligendienste sollen nach dem Willen von Bündnis 90/Die Grünen ausgebaut werden. In einem entsprechenden Antrag (19/4551), den der Bundestag vergangene Woche ohne Aussprache zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwies, fordern die Grünen die Bereitstellung von weiteren 100.000 Plätzen in den nationalen und internationalen Freiwilligendiensten. Dies käme einer Verdopplung gleich. Derzeit leisten etwa 100.000 Menschen Dienst in einem der zivilen Freiwillgendiensten, rund 40.000 im Bundesfreiwilligendienst (BFD) und 60.000 in Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) oder im Internationalen Jugendfreiwilligendienst.

Die Grünen wollen zudem erreichen, dass das zum Jahresende auslaufende Sonderprogramm "Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug" in allen Freiwilligenprogrammen weitergeführt wird. Im BFD soll auch die Möglichkeit für einen Dienst für Minderjährige geschaffen werden. Zusätzlich wollen die Grünen Anreize für einen freiwilligen Dienst setzen. So sollen allen Freiwilligen Vergünstigungen in Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie im Öffentlichen Personennahverkehr und nach Abschluss ihrer Dienstzeit ein kostenloses Interrail-Ticket gewährt werden. Außerdem soll das gezahlte Taschengeld in allen Freiwilligendiensten auf das gleiche Niveau gehoben werden.

Dienstpflicht Der erst kürzlich von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer in die Diskussion gebrachte Wiedereinführung der Wehrpflicht beziehungsweise Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht erteilen die Grünen eine klare Absage. "Ein erzwungenes, motivationsloses Engagement wird Idee und Anspruch von gesellschaftlichem Engagement nicht gerecht", heißt es im Antrag.

Der Bundesfreiwilligendienst war im Jahr 2011 von der damaligen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) als Ersatz für den durch die Aussetzung der Wehrpflicht wegfallenden Zivildienst geschaffen worden. Das FSJ existiert bereits seit 1963. Der BFD steht im Gegensatz zum FSJ und FÖJ nicht nur Jugendlichen bis zum 27. Lebensjahr offen, sondern allen Altersgruppen über 18 Jahren. Die Dienstzeiten im BFD, dem FSJ und dem FÖJ betragen zwischen sechs und zwölf Monaten, in Ausnahmefällen bis zu zwei Jahren.

Im kommenden Jahr plant der Bund mit Ausgaben von 167 Millionen für den BFD und weiteren 96 Millionen Euro für das FSJ, FÖJ und den Internationalen Jugendfreiwilligendienst.