Inhalt

Vor 25 Jahren...
Benjamin Stahl
Drei Liter für die Umwelt

11.8.1995: Autogipfel zwischen Industrie und Politik. Umweltfreundlichere Autos gegen autofreundlichere Politik - so könnte man das Ergebnis des sogenannten Auto-Konsens von 1995 zusammenfassen. Am 11. August kamen die Ministerpräsidenten von Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen mit den Vorstandsvorsitzenden von VW, BMW, Mercedes-Benz und Porsche zusammen. Die Vertreter der Automobilkonzerne sicherten dabei zu, bis zum Jahr 2000 ein Drei-Liter-Auto auf den Markt zu bringen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Politiker waren sich einig: Man dürfe das Auto nicht länger als "Umweltfeind Nummer eins" verteufeln und versprachen im Gegenzug "ihren vollen Einsatz für klare Rahmenbedingungen ohne zusätzliche Belastungen für die Kfz-Hersteller", so Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber (CSU). Baden-Württembergs Landeschef Erwin Teufel (CDU) kündigte eine Initiative im Bundesrat für eine Senkung der Kfz-Steuer auf Diesel-Pkw an. Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) sprach von einem "industriepolitischen Dialog, wie man sich ihn wünschen kann". Kritik kam indes aus Bundesländern und von den Autoherstellern Opel und Ford, deren Vertreter beim Autogipfel nicht eingeladen waren. Und der Bund Naturschutz schimpfte, nur ein "Mobil-ohne-Auto-Konsens" sichere den Lebensstandort Deutschland. Doch was wurde aus der Zusage der Autoindustrie? Im Jahr 2000 kritisierte der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD), dass außer VW kein Konzern ein serienmäßiges Drei-Liter-Auto anbiete.Benjamin Stahl

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag