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Wegen Klimaschäden Europaparlament beschließt Aus für F-Gase ab 2050

Sie stecken in Kühlschränken und Wärmepumpen und sind extrem klimaschädlich. Ab 2050 soll soll daher Schluss sein mit fluorierten Gasen in Europa.

19.01.2024
2024-02-23T10:53:03.3600Z
2 Min

Das Europaparlament hat in seiner Sitzung am Dienstag grünes Licht für die Eindämmung der besonders klimaschädlichen fluorierten Gase ("F-Gase") gegeben, die als Kältemittel unter anderem in Kühlschränken, Klimaanlagen und Wärmepumpen Verwendung finden. Ab 2050 sollen sie nicht mehr verbraucht werden, entschieden die Abgeordneten in Straßburg. Außerdem soll der Verkauf von Produkten verboten werden, die F-Gase enthalten.

Fluorierte Gase sind vom Menschen erzeugte Treibhausgase, die als Treibmittel auch in Schäumen und Dämmstoffen verwendet werden und als Feuerlöschmittel dienen. Ihre Treibhausgaswirkung ist laut Umweltbundesamt bis zu 23.500-mal höher als bei Kohlendioxid, weshalb ihre Reglementierung Teil des Kyoto-Protokolls von 1997 und seiner Nachfolgeregelungen ist.

Hersteller müssen Gase künftig ersetzen

Mit der Entscheidung werde verhindert, dass gerade die für die Energiewende entscheidenden Wärmepumpen auf Dauer schädliche Chemikalien ausstoßen, erklärte der parlamentarische Berichterstatter für das neue Gesetz, Bas Eickhout (Grüne). Die EU schaffe zudem klare Bedingungen für Hersteller, die F-Gase in ihren Geräten künftig ersetzen müssen. Er betonte, europäische Unternehmen seien bereits Vorreiter in der Entwicklung sauberer Alternativen für F-Gase.

Der umweltpolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Peter Liese (CDU), sagte, mit den neuen Regelungen würden "bis 2030 jetzt 40 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart". Das entspreche den Emissionen von Irland, Schweden oder Portugal oder etwa 20 Millionen Autos. 

Für Wärmepumpen sind Ausnahmen möglich

Neue Haushaltskühlschränke dürfen der Einigung zufolge bereits ab 2026 keine F-Gase mehr verwenden. Klimaanlagen und einige Wärmepumpen mit F-Gasen dürfen ab 2027 nicht mehr verkauft werden. Für Wärmepumpen sind jedoch Ausnahmen möglich, um die europäische Energiewende sicherzustellen.

Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder hatten sich im Oktober 2023 auf diesen Schritt geeinigt. Darüber hinaus wurden auch neue Vorschriften für ozonabbauende Substanzen verabschiedet, die zum Beispiel in Isolierschäumen vorkommen. Sie sollen zum Beispiel besser recycelt werden. Die Mitgliedstaaten müssen dem Beschluss noch zustimmen, was aber als Formsache gilt.