Vor 70 Jahren : Klares Votum an der Saar
Am 31. Januar 1956 verabschiedet der saarländische Landtag eine Erklärung über die Integration in die Bundesrepublik - rund elf Monate später wurde diese Realität.
Was heute als der "Motor Europas" gilt, lebte über Jahrzehnte hinweg eine erbitterte Feindschaft. Der Weg zur Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nach 1945 war lang und führte auch über die schwierige Frage nach der Zukunft des Saarlandes. Zur Klärung dieser Frage trug der 31. Januar 1956 bei, als sich der saarländische Landtag in einer Grundsatzerklärung zur Eingliederung in die Bundesrepublik bekannte.
Saar-Statut: Saarländer sprechen sich in einem Referendum dagegen aus
Dabei sah es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ganz anders aus: Zunächst wurde das Gebiet der französischen Militärverwaltung unterstellt. Diese sollte den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich vorbereiten, der in einer 1947 verabschiedeten Landesverfassung festgeschrieben wurde. Der völkerrechtliche Status des Saarlandes war damit jedoch nicht geklärt. Daher einigten sich Deutschland und Frankreich 1954 auf das Saar-Statut, das für das Saarland einen europäischen Status im Rahmen der Westeuropäischen Union vorsah. Doch es kam anders. In einem Referendum im Oktober 1955 lehnten die Saarländer das Statut mit 67,7 Prozent ab, woraufhin die pro-französische Landesregierung zurücktrat. Noch im Dezember fanden Neuwahlen statt.
Obwohl das Bekenntnis des neuen Landtages zur Bundesrepublik in krassem Gegensatz zur Landesverfassung stand, akzeptierte Frankreich überraschend die neue Politik. Im Oktober 1956 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Ministerpräsident Guy Mollet den Luxemburger Saarvertrag, der die politische Angliederung des Saarlandes an Deutschland zum 1. Januar 1957 festlegte.
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