Inhalt

Vor 60 Jahren...
Benjamin Stahl
Koalition gespalten

23.7.1955: Vertriebenenpartei scheidet aus Die Frage nach der Zukunft des Saarlandes schien 1954 zwischen Deutschland und Frankreich endlich geklärt. In den Pariser Verträgen einigten sich Kanzler Konrad Adenauer (CDU) und Ministerpräsident Pierre Mendès-France nicht nur auf die Westintegration der Bundesrepublik, sondern auch auf das Saarstatut, nach dem Saarland Autonomiestatus unter dem Dach der europäischen Institutionen zugesprochen werden sollte. Doch in Adenauers Koalition regte sich Unmut, vor allem im Gesamtdeutschen Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE). Der Block unterstütze zwar den außenpolitischen Kurs Adenauers, 16 der insgesamt 27 GB/BHE-Abgeordneten stimm ten Anfang 1955 allerdings gegen das Saarstatut. Sie sahen eine Preisgabe deutschen Territoriums, was auch für die einstigen deutschen Ostgebiete nichts anderes erwarten lasse. Am 23. Juli 1955 schied der GB/BHE deshalb aus der Regierungskoalition aus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2020 Deutscher Bundestag