Ehrengast Tschechien : "Ein Land an der Küste"
Tschechien präsentiert sich auf der kommenden Frankfurter Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober als Ehrengast. In den Jahren darauf folgen Chile und Rumänien.
Unter dem Motto "Tschechien - Ein Land an der Küste" wird sich der deutsche Nachbar auf der kommenden Frankfurter Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober als Ehrengast präsentieren. Angelehnt ist das überraschend klingende Motto an die Formulierung "Bohemia. A desert country near the sea" aus William Shakespeares Komödie "Ein Wintermärchen". Tschechien wird nach Angaben der Organisatoren mit etwa 80 Autoren auf der weltgrößten Büchermesse vertreten sein.
Tschechien ist in diesem Jahr Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse.
Tschechien und Deutschland blicken historisch bedingt auf eine lange gemeinsame Kultur- und Literaturgeschichte zurück. In Tschechiens Hauptstadt Prag etwa, damals Teil des Heiligen Römischen Reiches, gründete König Karl IV. die erste deutschsprachige Universität. Und der in Prag geborene Franz Kafka gehört neben Rainer Maria Rilke, Max Brod, Franz Werfel, Gustav Meyrink und Egon Erwin Kisch zu den wichtigsten Vertretern der Prager deutschen Literatur.
Seit 1976 waren Gastländer - zunächst im zweijährigen Wechsel mit thematischen Schwerpunkten - in Frankfurt vertreten. Seit 1988 präsentiert sich jedes Jahr ein anderes Land oder eine Region - im Falle Flanderns und der Niederlande im Jahr 2016 auch grenzüberschreitend - in Frankfurt. Ziel ist es, der Literatur und der Kultur des Landes mit Ausstellungen und einem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm eine größere Aufmerksamkeit auf dem internationalen Buchmarkt zu verschaffen und vor allem die Anzahl der Übersetzungen aus dem Gastland ins Deutsche zu steigern.
Chile und Rumänien kommen 2027 und 2028 als Ehrengäste auf die Frankfurter Buchmesse
Der Beschluss über den jeweiligen Ehrengast hat eine gut zweijährige Vorlaufzeit. Im Herbst 2027 wird sich Chile in Frankfurt präsentieren, im Jahr darauf Rumänien. Den entsprechenden Ehrengast-Vertrag mit Rumänien unterzeichneten der rumänische Kulturminister András Demeter und der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, am 20. Februar in Bukarest.
Die rumänische Literatur sei in Europa längst präsent, getragen von einer starken Gegenwartsliteratur, verkündete Boos anlässlich der Vertragsunterzeichnung. "Autorinnen und Autoren wie Mircea Cartarescu und Gabriela Adamesteanu werden weltweit gelesen und übersetzt. Ihre Bücher erzählen von einem Land, das politische Umwälzungen, Zensur und Neuanfänge erlebt hat."
Juergen Boos wird dann allerdings nicht mehr die Frankfurter Messe leiten. Nach mehr als 20 Jahren an der Spitze wird er nach dem Ende der diesjährigen Buchmesse in den Ruhestand gehen. Seine Nachfolge tritt Joachim Kaufmann an. Als langjähriger Geschäftsführer des Carlsen Verlags verantwortete er unter anderem die Expansion in neue Märkte in Polen und China.
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