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Glosse Ein Loch ist ein Eimer

Haushaltspolitik in schwierigen Zeiten? Das ist eine Aufgabe für die Kreativabteilung der Politik.

30.11.2023
2024-02-05T10:09:28.3600Z
2 Min

Der Bundeshaushalt ist einem schwarzen Loch nicht unähnlich: Er hat viel Masse, ist undurchsichtig, und was ihm zu nahe kommt, verschwindet für immer. Nicht nur die genügsame Hausfrau, die den Notgroschen gewinnbringend unter der Matratze verwaltet, weiß das. Auch dem geneigten Wähler ist klar, dass Finanzminister und Haushälter zur Kreativabteilung der Politik zählen, eine Mischung aus Räuber Hotzenplotz und David Copperfield. Solange der Trick zieht, ist es ein "Wunder", der Akteur ein "Magier".

Die Milliarden und Milliönchen werden mal hierhin geschoben und mal dorthin, wie beim Stricken: zwei links, zwei rechts, eine fallenlassen. Wenn das Bundesverfassungsgericht der Bundesregierung erklärt, was beim Haushalt alles nicht geht, ist das ungefähr so, als würde der Beleuchter mitten in der Vorstellung auf die Bühne kommen und den Scheinwerfer auf das Seilgeflecht richten, an dem der Magier gerade die reizende Jungfrau lustvoll schweben lässt. Die Buhrufe wären das unnötige Ende einer schönen Illusion. Wollen wir das?


"Wenn es kompliziert wird, ist Volksweisheit gefragt."


Haushaltsnotlage, Schuldenbremse, Sondervermögen: Hässliche Worte für eine schlichte Wahrheit: Wir verprassen die Kohle wie die Ölscheichs, nur dass wir kein Öl haben. Da helfen auch keine Wirtschaftsweisen, die sich streiten wie die Spatzen und einen Finanzminister beraten, der lieber mit seinem Parteikumpel Kubicki auf Südsee-Kreuzfahrt Problemlösung betriebe, statt in rot markierten Akten zu blättern. Wenn es kompliziert wird, ist Volksweisheit gefragt. Wir hören kurz rein: Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto, ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Ein Loch. Verstopf es, oh Henry, verstopf es, oh Henry, mach's dicht.