Vor 65 Jahren : Adolf Eichmann in Israel angeklagt
Während des Zweiten Weltkriegs verantwortete Adolf Eichmann die Deportation von Millionen Juden. Am 11. April 1961 begann in Jerusalem der Prozess gegen ihn.
Ob Adolf Eckmann, Otto Hening, Adolf Bart oder Ricardo Klement - hinter all diesen Namen verbirgt sich ein und dieselbe Person: Adolf Eichmann. Als Leiter des Amtes für "Juden und Räumungsangelegenheiten" war er im Zweiten Weltkrieg für die Deportation von Millionen Juden verantwortlich.
Am 11. April 1961 wurde er im "Haus der Gerechtigkeit" in Jerusalem des Verbrechens am jüdischen Volk und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt. Zuvor hatte ihn der israelische Geheimdienst aus seinem Versteck in Argentinien entführt und an die israelische Justiz ausgeliefert. Deutschland stellte keinen Auslieferungsantrag; es bestand noch kein Rechtsabkommen mit Israel.
Adolf Eichmann, der Leiter des Amtes für "Juden und Räumungsangelegenheiten", wurde in Jerusalem des Verbrechens am jüdischen Volk und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt.
Am 31. Mai 1962 wurde Eichmann gehängt. Es war das einzige Mal in der israelischen Geschichte, dass die Todesstrafe zur Vollstreckung kam. Eichmanns Leiche wurde verbrannt, seine Asche verstreut. Somit blieb keine Spur übrig, seine Schuld jedoch unvergessen.
Zurückgehaltene Akten über Eichmann wurden 2011 offengelegt
Auch der Bundestag beschäftigte sich mit dem Fall Eichmann. So diskutierte das Plenum im Januar 2011 über die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, bislang zurückgehaltene Akten des Bundesnachrichtendienstes über Adolf Eichmann teilweise offenzulegen.
"Solange wir die Vergangenheit und unsere Verantwortung aus der Frühzeit der Bundesrepublik Deutschland nicht lückenlos aufarbeiten, wird uns die Geschichte des Nationalsozialismus immer wieder einholen", betonte der damalige Grünen-Abgeordnete Jerzy Montag. Anfang 2011 hat das Israelische Staatsarchiv zahlreiche geheime Dokumente zu Entführung und Strafverfahren Eichmanns im Internet veröffentlicht.
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