UN-Mission im Libanon : Auslandseinsatz endet nach 20 Jahren
Das Bundeswehrmandat für den UNIFIL-Einsatz im Libanon soll zum 31. Dezember 2026 enden, gefolgt von einer Abwicklungsphase bis zum 30. Juni 2027.
Die Bundeswehr soll ihren Einsatz vor der libanesischen Küste im Rahmen der Mission der Vereinten Nationen (UNIFIL) 2027 beenden und letztmalig bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten entsenden. Der Bundestag beriet am Donnerstag erstmals über den entsprechenden Antrag der Bundesregierung und überwies die Vorlage zur weiteren Beratung an die Ausschüsse.
Bundeswehr beteiligt sich seit 2006 an der UN-Mission im Libanon
Operativ soll der Einsatz zum 31. Dezember 2026 enden, gefolgt von einer Abwicklungsphase bis 30. Juni 2027, in der die an Land befindlichen deutschen Restkräfte rückverlegt und Material und Infrastruktur an die Vereinten Nationen übergeben werden sollen. In dieser Phase sollen nur noch bis zu 80 Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz kommen. Aufgabe der Operation bleibt den Angaben zufolge bis Ende 2026 die Unterstützung bei der Sicherung der libanesischen Grenzen und Einreisepunkte mit dem Ziel, Waffenschmuggel nach Libanon zu verhindern.
Die UN-Mission besteht seit 1978, Deutschland beteiligt sich seit 2006 daran. Wie die Bundesregierung mit Blick auf den Libanonkrieg zwischen Israel und der islamistischen Hisbollah ausführt, ist die Ausbildung der libanesischen Streitkräfte aufgrund der aktuellen Bedrohungs- und Sicherheitslage in der Region im März 2026 temporär ausgesetzt worden; das Mandat sieht diese aber weiterhin vor.
Die libanesische Regierung stehe vor der Herausforderung, die Hisbollah zu entwaffnen, einen Abzug der israelischen Truppen zu erwirken und eigene Streitkräfte in ausreichender Anzahl in das gesamte Staatsgebiet zu verlegen, schreibt die Bundesregierung. Die verbleibende Mandatsdauer solle genutzt werden, um "eine geordnete Übergabe von UNIFIL-Aufgaben sicherzustellen und die Grundlagen für ein mögliches Folgeengagement der VN und der Europäischen Union zu schaffen".
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