Acht Monate vor der Wahl : Sven Schulze soll Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden
In Sachsen-Anhalt soll Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) neuer Regierungschef werden. Amtsinhaber Reiner Haseloff will am 27. Januar zurücktreten.
Wechsel an der Spitze von Sachsen-Anhalt: Haseloff tritt ab, Schulze (rechts) tritt an.
In Sachsen-Anhalt steht Ende Januar ein Wechsel an der Regierungsspitze an. Der langjährige CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff (71) will am 27. Januar zurücktreten. Einen Tag später soll Wirtschaftsminister und CDU-Landeschef Sven Schulze (46) im Landtag zu dessen Nachfolger gewählt werden. Die CDU verspricht sich davon Kontinuität. "Das Land ist in guten Händen, bleibt in guten Händen", sagte Haseloff, der seit 2011 im Amt ist und damit der dienstälteste Ministerpräsident. Zur Landtagswahl am 6. September tritt Haseloff nicht mehr an. Die Landes-CDU hatte daher ihren Vorsitzenden Schulze bereits im November 2025 zum Spitzenkandidaten gewählt.
Die Landesvorstände der Koalitionsparteien CDU, SPD und FDP stimmten der Staffelstabübergabe zu. Der Wechsel an der Regierungsspitze soll dem weniger bekannten Schulze die Möglichkeit geben, vor der Landtagswahl die Regierung zu führen und damit vom Amtsbonus zu profitieren.
Noch-Ministerpräsident Haseloff wirbt für Fortsetzung der “Deutschland”-Koalition
"Deutschland steht vor einer der größten politischen Herausforderungen, was die Akzeptanz des Systems und die Stabilität des Systems anbelangt", sagte Haseloff. Er halte den vorzeitigen Wechsel für richtig und notwendig. Zudem empfiehlt er eine Fortsetzung der jetzigen Koalition über die Wahl hinaus. Der amtierende Wirtschaftsminister Schulze fügte hinzu, die schwarz-rot-gelbe Koalition arbeite vertrauensvoll zusammen und wolle das Land gemeinsam weiterentwickeln.
In einer repräsentativen Umfrage des Instituts Infratest Dimap von September 2025 gaben 34 Prozent der Befragten an, mit der Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, 62 Prozent erklärten, sie seien weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden. Jedoch gaben 59 Prozent der Befragten an, mit Haseloff zufrieden zu sein.
In der Umfrage kommt die AfD auf 39 Prozent und ist damit klar stärkste politische Kraft. Die CDU folgt mit 27 Prozent. Die Linke erreicht 13 Prozent, gefolgt von der SPD mit sieben und dem BSW mit sechs Prozent. Die Grünen liegen bei drei Prozent, die FDP ist nicht aufgeführt.
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