Erneut gewählt : Evelyn Zupke bleibt SED-Opferbeauftragte
Evelyn Zupke wird sich weitere fünf Jahre lang für die Belange von SED-Opfern einsetzen. Der Bundestag wählte sie mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit.
Seit 2021 ist Evelyn Zupke die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag.
Evelyn Zupke ist erneut zur Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag gewählt worden. Die 64-Jährige, die von Union und SPD nominiert wurde, erhielt am Donnerstag in geheimer Wahl 430 Ja-Stimmen bei 103 Gegenstimmen und 65 Enthaltungen. Die frühere Bürgerrechtlerin wurde 2021 vom Bundestag zur ersten SED-Opferbeauftragten gewählt. Eine Wiederwahl war einmalig möglich.
In der vergangenen Legislaturperiode trieb Zupke eine Reform der Unterstützung für Opfer der SED maßgeblich voran, die der Bundestag noch vor der vorgezogenen Bundestagswahl beschloss, nachdem die Ampelkoalition geplatzt war. Diese beinhaltete unter anderem Verbesserungen bei der Anerkennung von verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden, eine Dynamisierung der SED-Opferrente und die Einführung eines bundesweiten Härtefallfonds. Zuletzt machte Zupke unter anderem auf das Schicksal der Opfer von Zwangsdoping in der DDR sowie auf auf das Schicksal und die Misshandlung junger Frauen in sogenannten "Tripperburgen" aufmerksam.
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