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Parlamentarisches Profil : Sie hat gelernt, zu klären: Dunja Kreiser

Dunja Kreiser ist die erste Abwassermeisterin Deutschlands. Im Bundestag streitet die Sozialdemokratin für die Erneuerbaren Energien - und für mehr Preisstabilität.

11.06.2026
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3 Min

Dunja Kreiser (SPD) hat eine tolle Idee für den Bundestag. "Es sollte mehr beworben werden, dass jede und jeder nach Nominierung für ein Bundestagsmandat kandidieren kann", sagt sie. "So würde in der ganzen Gesellschaft mehr Euphorie für politische Teilhabe und Demokratie freigesetzt werden." 

Foto: photothek

Dunja Kreiser (SPD) zog 2021 erstmals in den Bundestag ein und vertritt den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel. Die Abgeordnete sitzt im Wirtschafts- und im Umweltausschuss.

Zu oft werde sie etwa bei Besuchen in Schulen gefragt, was man für den Bundestag studieren müsse. "Unser Parlament soll aber doch die ganze Bevölkerung vertreten, Minderheiten, Frauen und Männer in gleichen Anteilen."

Kreiser bezeichnet sich selbst gerne als Arbeiterin

Kreiser, 54, Abgeordnete für den Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel, reflektiert mit ihrer Biografie gewiss einen nicht kleinen Personenkreis. Zwar verfügt sie mit ihrem Status als erste Abwassermeisterin Deutschlands in dieser Männerdomäne über ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, aber sie ist eben keine Juristin oder Politologin, an denen es im Bundestag nicht mangelt. "Ich bezeichne mich gern als Arbeiterin", sagt die Sozialdemokratin. Auf die beiden Energiegesetze angesprochen, über die aktuell im Bundestag debattiert wird, reibt sie sich die Hände.


„Wichtig bleibt es, sich von den fossilen Energien abzuwenden, schon allein aus Gründen der Preisstabilität.“
Dunja Kreiser (SPD)

"Aus meinem Wahlkreis höre ich von den Unternehmen vor allem, dass sie stabile Strompreise und Verlässlichkeit haben wollen", sagt sie. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien sei man vorangeschritten, "das sollte intensiv fortgesetzt" werden. 

Erneuerbare Energien sind für sie die bessere Perspektive

Aus der Koalition heraus wird nun geplant, den Bau neuer Gaskraftwerke zu beschließen, zur Garantie der Versorgungssicherheit - und wasserstofffähig sollen sie sein. "Letzteres ist ein Pluspunkt", sagt Kreiser diplomatisch. "Aber wichtig wird es bleiben, sich von den fossilen Energien abzuwenden, schon allein aus Gründen der Preisstabilität." Zudem sei es wichtig, die Speicher weiter auszubauen und bidirektionales Laden zu ermöglichen.

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Neben diesem Strom-VKG berät der Bundestag auch den Entwurf eines Gebäudemodernisierungsgesetzes, eine Reform des Gesetzes also, das einst als "Habecks Heizungshammer" in die Schlagzeilen kam. "Das war kein Heizungshammer, sondern eine unglückliche Debatte", sagt Kreiser. "Wenn die Union technologieoffener sein will, muss sie auch so ehrlich sein und den Verbrauchern sagen, dass die Preise bei fossilen Energieträgern steigen werden." Mit erneuerbaren Energien gebe es halt bessere Perspektiven für die Bürger. “Alles wird nun intern verhandelt, um verlässliche Grundlagen zu schaffen.”

Wenn Kreiser über ihren Weg in den Bundestag spricht, hört sich alles folgerichtig an. "Ich komme aus einer stark politisierten Familie", sagt sie. Die Eltern engagierten sich für die SPD auf Ortsebene, der Vater ein Kupferschmied oft auf Montage und später, wegen der Stahlkrise, umgesattelt auf Heil- und Erziehungspfleger, die Mutter eine Modistin in der Hut-Branche - "auch solch ein Beruf, den es irgendwann nicht mehr gab". 

Auf den Landtag folgte der Bundestag

Kreiser selbst engagierte sich als Teenager im Jugendraum ihres Heimatdorfes Dettum und leitete ihn dann. Wurde mit ihrer Ausbildung Gewerkschafterin, war ehrenamtliche Betriebsrätin. Übernahm 2006 den Ortsvereinsvorsitz der SPD und wurde 2011 Gemeindebürgermeisterin. Zog 2017 in den Niedersächsischen Landtag und 2021 in den Bundestag ein - stets direkt gewählt. 

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Davor war sie jahrelang stellvertretende Betriebsleiterin bei der Kläranlage Wolfenbüttel gewesen. Man versteht, warum auf ihrer Website steht: "Als gebürtige Wolfenbüttlerin lebe und arbeite ich in meinem Wahlkreis." Das klingt selbstverständlich, unterstreicht aber ihre Verankerung in der Region.

"Ich merkte, dass ich etwas schaffen kann, Gutes leisten kann", erinnert sie sich an ihre Jugendzeit. Im Beruf sei sie von den männlichen Kollegen sogleich akzeptiert worden, mochte den Fokus aufs Technische und auf das Ziel, für sauberes Wasser zu sorgen. Im Bundestag sitzt sie in den Ausschüssen für Umwelt und für Wirtschaft. Und wenn am Ende des Tages etwas Zeit bleibt, schnürt sie ihre Sportschuhe, "für einen kleinen Lauf im Regierungsviertel, nur sechs Kilometer, und zu Hause ist es dann schon mehr". Doch da klopft es an ihrem Büro im Paul-Löbe-Haus zum zweiten Mal. Wirtschaftsvertreter aus der Heimatregion warten schon. 

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